Donnerstag, 10. Dezember 2015

Palindrome in klösterlichen Gratulationsschriften

Ein Palindrom (griechisch für ‚rückwärts laufend‘) ist eine Zeichenkette, die dieselbe Reihenfolge ergibt, egal ob von vorn oder von hinten gelesen. Gratulationsschreiben der Barockzeit greifen oft auf dieses rätselhafte Wortspiel zurück, wie wir anhand der folgenden Textbeispiele sehen.





In einem Fall kommt bei der Buchstabenfolge die Abbildung eines Kelches durch buchstäbliche Wortmalerei (!) zustande, denn man feierte in diesem süddeutschen Kloster das Weihejubiläum des Abtes. Zugegeben: Bei manchen Palindromen ist es gar nicht so einfach, den Sinn zu entziffern; manche sind auch fantasievoller als andere. Das kürzeste und wohl verbreiteste Palindrom geht auf Tertullian zurück und hat auch einen tiefen theologischen Sinn: Ave Eva! Damit wird der Sündenfall der einen Frau durch die Auserwählung der Immakulata (Grußwort des Engels Gabriel an Maria) geheilt. Mehr Beispiele von Palindromen gibt es hier


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