Freitag, 24. Oktober 2014

Tagung zum Konverseninstitut

Im Kloster Arnsburg bei Lich findet am 13.12.2014 anlässlich des 70. Geburtstages von Werner Rösener eine Konferenz zu dem wenig erforschten Themengebiet des Konverseninstituts und seines Umfeldes im Hoch- und Spätmittelalter statt (alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es hier). Gegliedert in drei Sektionen, soll zunächst ein Überblick über die Entwicklung und das Wesen des Konverseninstituts gegeben werden. Es folgen Abhandlungen über die Herkunft und die Tätigkeitsfelder der Laienbrüder, abschließend stehen Quellen und Methoden zur Erforschung des Themenbereichs im Fokus. Ziel der Tagung ist es, auch in Bezug auf neuere Fragestellungen einen differenzierten Blick auf diesen Aspekt des mittelalterlichen Klosterlebens zu werfen und so neue Erkenntnisse zu generieren. (jl)

Freitag, 17. Oktober 2014

Ordenszeitschriften seit 1850

Die katholische Medienlandschaft der letzten 150 Jahre ist ein dynamischer Forschungsbereich, die Masse an publizistischen Initiativen, die von den Klöstern und Orden ausging, ist beinahe unüberschaubar. Zu den berühmten Zeitschriften wie Herder Korrespondenz und Hochland kommen etliche Kleinperiodika, die im Umfeld von Klöstern entstanden sind. Zeitschriften wie Benediktusbote, Missions-Blätter (Organ der St.Benediktus-Genossenschaft für ausländische Missionen zu St. Ottilien) und Mehrerauer Grüße (Jahresbericht des Collegium Bernardi in Mehrerau) sind für die Ordensgeschichte äußerst wertvolle Quellen. Sie sind schwer zu erschließen, weil keine Register erstellt wurden; in manchen Fällen wurden sie auch kaum gebunden und sind daher vielerorts gefährdete Bibliotheksbestände. Für die Cistercienserforschung ist die Cistercienser-Chronik ohne Zweifel die wertvollste Zeitschriftenquelle; aufgrund verhältnismäßig hoher Auflagen ist die Chronik auch gut überliefert.

Kürzlich erschien ein Sammelband zur Katholische Publizistik im 20. Jahrhundert (Tagungsprogramm aus dem Veranstaltungsjahr 2010 hier). Es folgt das Inhaltsverzeichnis. Vorweg sei auf den wertvollen bibliographischen Beitrag hingewiesen: Katholische Literatur- und Kulturzeitschriften 1880-1970. Eine Liste nach der Bibliografie von Dietzel/Hügel und Fischer/Dietzel (651-679).

Walter Hömberg/Thomas Pittrof (Hg.), Katholische Publizistik im 20. Jahrhundert – Positionen, Probleme, Profile (= Rombach Wissenschaften. Reihe Catholica – Quellen und Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte des modernen Katholizismus; Bd. 3). Freiburg i. Br./Berlin/Wien, Rombach Verlag KG 2014. 699 Seiten. 23,8 x 16,6 cm € 70 ISBN 978-3-7930-9766-2. Hardcover.

Walter Hömberg: Religion, Kirche und Publizistik. Zur Einführung (11-19)
Michael Schmolke: Von der „schlechten Presse“ zu den „guten Medien“. Katholische Publizistik im 20. Jahrhundert (21-38)
Maria Löblich/Michael Meyen: Katholizismus und Kommunikationswissenschaft. Der Beitrag konfessionell gebundener Gelehrter zur Entwicklung einer Universitätsdisziplin (39-55)

Kultur- und Literaturzeitschriften

Karl H. Neufeld SJ: Die Stimmen der Zeit von 1871 bis in die Gegenwart (59-76)
Maria Cristina Giacomin: „Wiederbegegnung von Kirche und Kultur“? Überlegungen zur Literaturkritik des Hochland (1903-1918) (77-100)
Cornelia Rémi/Sylvia Brockstieger: Hochland-Korrespondenzen. Private und öffentliche Diskussionen um die katholische Publizistik zwischen 1919 und 1928 (101-142)
Otto Weiß: Hochland-Kämpfe. Friedrich Fuchs und Karl Muth – ein „Vater-Sohn-Konflikt“ (143-186)
Guido Bee: Was Katholiken lesen durften. Die Zeitschrift Das Neue Buch als Instrument der Lektürelenkung im kirchlichen Büchereiwesen (187-210)

Polarisierungen und Kontroversen der Kriegs- und Zwischenkriegszeit

Dirk Rose: Von der konfessionellen zur nationalen Polemik. Katholische Publizistik im Ersten Weltkrieg (213-234)
Thies Schulze: Katholische Presse und außenpolitische Kontroversen. Die deutschsprachige katholische Auslandspresse in Elsass-Lothringen und Südtirol 1918-1933 (235-254)
Stefan Gerber: „Jetzt gibt es kein Zurück mehr, sondern nur ein Vorwärts“. Das publizistische Profil der Deutschen Arbeit im Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik (1918-1921) (255-277)
Andrea Meissner: „Wir wollen Männer werden“. Maskulinisierungsstrategien in katholischen Jugendzeitschriften der Weimarer Republik (279-309)
Winfried Mogge: „Der Mensch der Zukunft, der katholische Mensch“. Zeitschriften und Positionen des Bundes Quickborn (311-332)
Knut Martin Stünkel: Ernst Michel und der Kreatur-Kreis. Über die katholische Stimme im Religionsgespräch der Moderne 1921-1962 (333-356)
Joris Lehnert: Von Maurras zu Maritain. Waldemar Gurians Publizistik und die Action française in den Jahren 1926-1931 (357-369)
Denis Kitzinger: Der Mensch ist Person. Dietrich von Hildebrands Kampf gegen den modernen Antipersonalismus in der Vierteljahresschrift Der katholische Gedanke (1928-1933) (371-388)
Dieter Breuer: Die Jahre 1933 und 1934 im Spiegel der katholischen Literatur- und Kulturzeitschriften Die christliche Familie, Der Gral und Das Wort in der Zeit (389-412)
Maik Schmerbauch: Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im deutschen Kattowitzer Diözesanblatt Der Sonntagsbote in den Jahren 1933-1939 (413-430)

Katholische Profilbildungen und Ausgleichstendenzen in der Publizistik der Nachkriegszeit

Natalia Bakshi: Diskursverschränkungen von Kunst, Literatur und Religion in der Nachkriegszeit. Zur österreichischen Monatsschrift Wort und Wahrheit in den Jahren 1946 und 1947 (433-446)
Volker Kapp: Ausbruch aus der Provinz Nürnberg und Öffnung für Europa. Das Bemühen der Zeitschrift Die Besinnung (1946-1985) um einen zeitnahen christlichen Humanismus (447-467)
Walter Schmitz: Presseökumene. Entwicklung und Ausgleich konfessioneller Profile in bundesdeutschen Zeitungen seit 1945 (469-498)
Matthias Stickler: Die Zeitschriften der katholischen Korporationsverbände nach 1945 im Spannungsfeld von Milieubindung und pluralistischer Öffnung (499-526)
Georg Langenhorst: „Der Verbindung mit der katholischen Welt zu dienen“. Zur Wahrnehmung und Deutung von Literatur und Dichtung in der katholischen Monatszeitschrift Herder Korrespondenz 1946-2009 (527-554)
Gregor Feindt: Zwischen Kaltem Krieg, Heimatrecht und Versöhnung. Das Thema Polen in katholischen Printmedien der Bundesrepublik 1953-1972 (555-574)
Florian Bock: „Dem Vatikan gehört die Kirche, nicht das Bett.“ Die Enzyklika Humanae vitae (1968) Papst Pauls VI. im Spiegel der deutschen und italienischen Presse (575-600)
Hermann Häring: „Wie Lämmer unter die Wölfe“. Die Internationale katholische Zeitschrift Communio von 1971 bis 2009 (601-625)

Ausblick
Christian Klenk: Medien ohne Zukunft? Katholische Zeitungen und Zeitschriften am Beginn des 21. Jahrhunderts (629-648)

Bibliografischer Anhang
Dieter Breuer: Katholische Literatur- und Kulturzeitschriften 1880-1970. Eine Liste nach der Bibliografie von Dietzel/Hügel und Fischer/Dietzel (651-679)
Dieter Breuer: Inhaltsbibliografische Erschließung katholischer Literatur- und Kulturzeitschriften am Beispiel von Gottesminne und Der Gral (681-690)
Nachwort (691)
Verzeichnis der Herausgeber, Autorinnen und Autoren des Bandes (693-699)


Donnerstag, 2. Oktober 2014

New Research on Cistercian Space and Borders

Recent research under the direction of Emilia Jamroziak (University of Leeds) places emphasis on the dynamics of Cistercian space. The novel thing about her work is that she does not study liturgical, but social space. For example, Jamroziak and her colleagues have discovered the abbatial residence as an indicator of the monasteries' role in the public sphere and the abbot's role as the community's representative to groups outside the monastery. The abbot's residence is not part of the classic Cistercian abbey plan, yet almost every important medieval Cistercian monastery had such a residence, often combined in some way with the abbey hospital and / or guest house. Abbatial residences were later translocated into the monastic enclosure, near the rooms of the other monks. But in the early centuries of the Order's history, the abbot lived seperately and in come cases rather splendidly. Another of Jamroziak's research interests is the interaction between monks and laity in the Late Middle Ages. Key terms for these new avenues of study are: Memory, locality, networks. Visit her site on academia.edu for valuable research ideas.