Samstag, 23. August 2014

Neue Dissertation: Tridentinumrezeption im Cistercienserorden

Bertrand Marceau hat neulich seine Dissertation an der Université Paris-Sorbonne (Paris IV) eingereicht. Die Arbeit, L’abbé de Cîteaux et la direction de l’ordre cistercien (1584-1651), geht auf eine wichtige Etappe der Geschichte des Ordens ein, die von der Forschung vernachlässigt wird. Wie ging der Orden von Cîteaux aus den Wirren des Spätmittelalters in die Frühe Neuzeit über? Die Rezeption der Konzilsdekrete des Tridentinums, Observanzdispute und nationale Einflusszonen innerhalb des Generalkapitels machten eine konsequente Führung des Ordens durch den Generalabt schwierig. Das Wirken Kardinal Richelieus als Generalabt, gefolgt von Generalabt Claude Vaussin, der als kluger, abgeklärter Vorsteher des Gesamtordens Kompromisse und Stabilität erreichen konnte, sind dabei besonders spannende Themen. Vaussin musste vermitteln zwischen kooperationswilligen Kongregationen wie der Oberdeutschen oder der von Aragon, und zentrifugalen Gruppierungen wie der Kongregation von Kastillien oder den italienischen Feuillanten. Mehr zur Dissertation hier.

Freitag, 22. August 2014

Neuerscheinung Wilhelm von St. Thierry zum Römerbrief

Wilhelm von Saint-Thierry, einer der "vier Evangelisten" des Ordens, gehört zu den Gründervätern des Ordens von Cîteaux. Er prägte den Orden am meisten durch seine Schriften. Er war ein wichtiger Ideengeber für den honigfließenden Lehrer Bernhard, vor allem Der Goldene Brief ist vielen bekannt. Wilhelms Methode der Schriftauslegung ist nicht philologisch im Sinne der humanistisch-protestantisch beeinflussten Exegese, sondern meditativ und lyrisch-liturgisch. Bibelauslegung ist in seiner Schule beinahe dasselbe wie Gebet. Wilhelms Werk wurde für diese neue Edition von Klaus Berger und seiner Frau Christiane Nord übersetzt und kommentiert. Berger ist einer der meist gelesenen, lebenden Theologen in deutscher Sprache; er hat bereits 70 Bücher publiziert. Christiane Nord war 1994 bis 2005 Professorin für Übersetzungswissenschaft an der Fachhochschule Magdeburg. Gemeinsam veröffentlichten sie bereits eine Übersetzung des Neuen Testamentes. Prof. Berger ist seit 1994 Familiar des Cistercienserordens (Stift Heiligenkreuz). Bestellungen hier.