Dienstag, 20. November 2012

Fine Line Between Strict Orders and "Sects"

As we enter further into a secular age, the question of religious freedom is becoming more difficult to handle. A recent study on FECRIS (European Federation of Centers of Research and Information on Sectarianism) suggests that Christians should be aware of the rights of people in "sects" since we may soon be marginalized like them. Who is qualified to determine the difference between a "sect" and a healthy Christian community? FECRIS was founded by strictly secular French activists who seek to prevent the "capture of souls" by dangerous sects. While the danger involved in religious manipulation is real, the institutionalized pursuit of religious activity deemed irregular is highly questionable. The picture on the right shows a Cistercian profession rite: for the "Sect"-hunters behind FECRIS, this could be construed as unhealthy, the capture of a soul that should be stopped. The most recent issue of Religion – Staat – Gesellschaft 13 (2-2012) [ISSN 1438-955x] is devoted to a critique of FECRIS. The articles are mostly in English. 

Sonntag, 4. November 2012

Literaturempfehlung: Reformwerk des Stephan Lexington


In einer jüngst erschienenen Publikation gibt der erfahrene Cistercienserforscher Werner Rösener einen sehr gelungenen, knappen aber substantiellen Überblick über die erste Phase der cisterciensischen Bewegung im 12. und 13. Jh. Sein Beitrag (Der Zisterzienserorden im 13. Jahrhundert: verpaßte Chancen zur Reform? in: Historisches Jahrbuch 131 [2011] 457–478) schildert zunächst die wohl einzigartige Expansion des Ordens im 12. Jh. unter der Führung des hl. Bernhard.

Als Statistik ist es immer wieder spannend zu beobachten, dass von 1098, dem tradierten/überlieferten "Gründungsjahr" des Ordens bis 1125 nur 26 Klostergründungen erfolgten. Doch dann kam Bernhard, und von 1125 bis 1151 waren es gleich 307. Hundert Jahre später hatte der Orden eine Gesamtzahl von 647 Männerklöstern erreicht (Fraunklöster gab es 650+). Der Höchstand der Cistercienserklöster erreichte schlussendlich 742.

Der zweite Teil des Artikels ist dem Reformbestreben von Stephan Lexington (Abt von Savigny) gewidmet. So schnell der Orden anfangs wuchs, so extrem war auch bald danach der Verfall in manchen Klöstern, besonders in Irland. Lexingtons Reformansätze widmeten sich zwei Bereichen: Wirtschaft und Wissenschaft. Rösener kommt zum Resumee, dass die Cistercienser im 12. Jh. eine "charismatische Avantgarde" darstellten, die im Laufe des 13. Jh. diese Vorreiterrolle an die Dominikaner und Franziskaner abgeben mussten. Die verpasste Harmonisierung des cisterciensischen Lebensrhythmus mit dem universitären Leben der Großstadt war ein Hauptgrund für den Prestigeverlust.

Bild: Refektorium im Collège des Bernardins in Paris, von allen O.Cist. Studienhäusern wohl das gelungenste.