Donnerstag, 24. Mai 2012

Der Propst in nichtinkorporierten Cistercienserinnenklöstern

Die Geschichte der Frauenklöster im Cistercienserorden ist unter anderem deswegen so kompliziert, weil viele nicht inkorporiert waren, aber sich selber als Cistercienserinnen verstanden haben: Sie trugen den Habit, richteten ihr Leben nach den Satzungen des Ordens ein und feierten die Heilige Messe nach dem Cistercienserritus.

Wer hat sich in diesem Fall um die Verwaltung von Temporalien und die Vertretung der Frauengemeinschaften nach außen gekümmert, wenn sie keinen Vaterabt hatten? Diesen bekam man nur als inkorporierte Abtei. Anna Egler schreibt darüber in ihrem Beitrag über den Propst in nichtinkorporierten Klöstern der Cistercienserinnen (in: In mandatis meditari. Festschrift für Hans Paarhammer [Berlin 2012] 3-23). 1267 wurde vom Generalkapitel angeordnet, dass in solchen Fällen ein Propst ernannt wird. Der Inhaber dieses Amtes sollte auch in der Lage sein, die Nonnen spiritualiter zu betreuen, musste also Kleriker sein. Er konnte Diözesanpriester sein, in vielen Fällen war er zusätzlich zur Sorge um das Frauenkloster auch in der Pfarrseelsorge beschäftigt. Säkularkleriker konnten in der Einhaltung bzw. Wiederherstellung der klösterlichen Observanz eifriger sein als Cistercieserpatres! Umgekehrt konnte ein Regularkleriker die wirtschaftliche Verwaltung des Klosters besser bewältigen als ein Säkularkleriker.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Habit, monastisches Gewand, Mönchskleidung

Das Diözesanmuseum Graz zeigt ab Anfang Mai 2012 die Ausstellung: "Sonntagspracht und Alltagsg´wand", mehr Infos hier. Das ist eine gute Fügung, denn EUCist 7 (28. Feb. – 2. März 2013 im Stift Heiligenkreuz) wird dem Thema "Das monastische Gewand" gewidmet sein. Die Grazer Ausstellung behandelt die Kulturgeschichte der Kleidung von Priestern und Ordensleuten. Bei der Heiligenkreuzer Tagung wird es freilich mehr um die Cistercienser und Benediktiner gehen. Wir hoffen auf viele Anregungen aus Graz und Referatsvorschläge für EUCist 7!