Montag, 27. Februar 2012

Canivez - Schlüssel zur Generalkapitelforschung

Die Statuta capitulorum generalium ordinis Cisterciensis sind das Lebenswerk des belgischen Trappistenpaters Joseph-Marie Canivez. Es handelt sich um ein achtbändiges Werk (Louvain 1933-1941), worin alle Beschlüsse des Generalkapitels des Ordens bis zur Französischen Revolution erhalten und mit einem Register erschlossen sind. Durch diese monumentale Leistung ermöglichte Canivez einen Zugang zu den Beschlüssen und Verhandlungen des höchsten Gremiums im Orden. "Der Canivez", wie das Werk abgekürzt genannt wird, stellt nicht nur die Rechtsgeschichte (die Erwähnung der einzelnen Personen und der Verhandlungen) dar, sondern dient darüber hinaus als Indiz der Fragestellungen einer jeweiligen Epoche, der allgemeinen Konzilsrezeption und der politischen Lage der Länder, in den Abteien beheimatet waren. Canivez setzte mit seiner akribischen Forschung das fort, was die großen Cistercienserforscher des 18. Jahrhunderts begonnen hatten: die Patres Caspar Jongelinus, Angel Manrique und Chrysostomus Henriquez.

Montag, 13. Februar 2012

Sel. Humbeline, bitte für uns!

Am 12. Februar ist der Gedenktag der sel. Humbeline. Sie war die Schwester des heiligen Bernhard, ein Jahr jünger als er und wie er von gutem Aussehen und begabt. Daher gilt sie als eine Art Vergleichgestalt zu ihm. Sie war mit einem burgundischen Edelmann verheiratet. Bei einem Besuch in Clairvaux kam sie überaus prächtig gekleidet an und ließ ihre Stellung in der Welt vor sich her posaunen, indem sie mit einer ganzen Entourage auftrat. Wegen ihres prunksüchtigen Aufzugs wurde sie von ihrem Bruder zunächst nicht empfangen. Diese Abweisung war für Humbeline der Augenblick eines neuen Anfangs. Sie hatte erkannt, dass der Mensch sich Gott entzieht, solange er auf der Jagd nach Macht, Geld und Genuss ist. Humbeline entschloss sich zu einer anspruchslosen und frömmeren Lebensführung. Nach zwei Jahren trat sie - mit Zustimmung ihres Gatten - bei den Benediktinerinnen von Jully in Burgund ein. Später wurde sie Äbtissin. Sie starb 1136. Auf einer anderen Ebene der Ordensgeschichtsschreibung dient Humbeline als repräsentative Gestalt für die Reform vieler Benediktinerinnenklöster, die durch die cisterciensische Bewegung verursacht wurde.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Fossanova and St. Thomas

On January 28th, the Feast of St. Thomas Aquinas, many Cistercians' thoughts go to the Italian abbey of Fossanova, which is where Thomas died. He died there on his way to the Second Council of Lyon in 1274; this was in some providential manner the fitting place for him to die, as he had begun his intellectual life at the Benedictine Ur-Abbey Monte Cassino. Nonetheless he never made profession according to the Benedictine way of life and never lived under the Rule. The site at which God had him conclude his earthly pilgrimage draws us back to the significant connections between the Order of Cîteaux and the Order of Preachers (especially around Toulouse) and reminds us that our preaching brothers were the much-needed and much-blessed continuation of a monastic movement that had reached one of its peaks at Cîteaux, yet went on to inspire other forms of life as well. Sancte Thoma, Doctor angelice, ora pro nobis! PS: To round out the picture, let us close by mentioning which monks inhabit Fossanova today: the Franciscans.