Samstag, 13. August 2011

Geistlicher Aufbruch!

Das Photo, eine gelungene Nachahmung der Historienmalerei mit den Mitteln der Photographie, wurde in den 1950er Jahren in der Heiligenkreuzer Fraterie aufgenommen. Der sensible und kultivierte Photograph wollte somit eine zeitlose und übertragbare Symbolik vermitteln: zu allen Zeiten seit dem Beginn des Ordens haben junge Männer danach gestrebt, durch das Klosterleben auf eine höhere Erfahrungsebene aufzusteigen, dem Lumen Christi entgegen.
Das Photo wurde nicht weit vom Kapitelsaal aufgenommen, wo in den nächsten Tagen einige junge Männer den Cistercienserhabit empfangen werden oder ihr Triennium beginnen. Erst nach vier Jahren bekommen sie die Kukulle, das feierliche Chorgewand der Cistercienser. Die meisten Mönche auf diesem Photo tragen Kukulle.

Samstag, 6. August 2011

Goldig, emsig, süß und gesund. Klösterliche Bienen- und Honigsymbolik

Der hl. Bernhard erhielt durch seine Bewunderer erst im 15. Jh. den Ehrentitel „Honigfließender Lehrer“, weil seine (inzwischen gedrucken) Predigten so mitreisend und kostbar sind. Mit „süß“ hat das nichts zu tun, denn er konnte in seinen Predigten recht scharf werden. Doch nahm man die Worte aus seinem Mund gern an. Eine jüngst erschienene Publikation geht der Beziehung Bernhard – Honig nach. Besonders der barocke Bernhardskult erwähnt den Abt von Clairvaux gerne im Zusammenhang mit Honig. Nil cogitatur dulcius, quam Jesus Dei Filius sagt das Frontispiz zu Meglingers Betrachtungsbuch Cistercienser Jahr, eine Anspielung auf Jesu dulcis memoria, einen Hymnus, den man damals Bernhard zuschrieb.
In fast jedem historischen Cistercienserkloster gibt es eine Bernhardsdarstellung mit Bienenkorb. Es gibt sogar eine aus der Barockzeit überlieferte Predigt, in der Bernhard auf Jesus Christus als Biene eingeht und somit seinen späteren Ehrentitel (unbewusst) voraussagt: Der in unserem Fleisch erscheinende Sohn Gottes ist die wahre Biene, die sich ergötzt an den Lilien, welcher von Anbeginn der erschaffenen Welt sich aufhielt im Paradies, [...] sich gesetzt auf die wohlriechende Blume einer unbefleckten Jungfrau [...und so...] allein seine unendliche Güte und Barmherzigkeit zu uns gebracht (Schrott, Mönche Bienen Bücher, 37f.).