Dienstag, 28. Dezember 2010

Kein Kloster ist wirklich "abgeschieden"

Klöster sind nie alleinstehend oder isoliert, auch wenn die Cistercienser sich sehr um die Abgeschiedenheit und Ruhe bemüht haben. Das Ordensleben ist immer auch gesamtkirchlich zu verstehen, als entscheidendes Element für die Sendung der Kirche in deren Herz und Mitte; die klösterliche Einsamkeit ist immer relativ zu verstehen. In diesem Zusammenhang der freudigen Verbundenheit erklärt das päpstliche Schreiben Vita consecrata warum der Anblick von Mönchen manche Christen mit Freude erfüllt: Weil das Ordensleben wesentlicher Bestandteil des Lebens der Kirche ist, ein wertvoller Impuls zu einer immer konsequenteren Verwirklichung des Evangeliums. Klöster sind auch deswegen nie isoliert, weil sie in enger Gebetsverbüderung mit anderen Klöstern stehen. Abgebildet (oben links) ist eine Verbrüderungsurkunde aus dem Jahr 1317, zwischen der Cisterce Raitenhaslach und der Erzabtei St. Peter (Salzburg). Wer das nicht sofort erkannt hat, soll das Wort in der vierten Zeile näher anschauen (Bild rechts), da steht Raitenhaslach. Auch heute beten Mönche und Nonnen jeden Tag für die Verstorbenen aus ihrem eigenen und den mit ihnen verbrüderten Häusern.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Priorinnenwahl in Helfta

Am 18. November 2010 wurde M. Agnes Fabianek (Jahrgang 1941, Bild rechts) unter dem Vorsitz des Generalabtes Mauro-Giuseppe Lepori zur zweiten Priorin des geschichtsträchtigen, wieder errichteten Klosters Helfta postuliert. M. Agnes ist gebürtig aus Österreich und gehört dem Konvent Mariastern-Gwiggen an, den sie von 1968 bis 2005 als Äbtissin leitete. Nach dem Tod der ersten Priorin von Helfta, M. Assumpta Schenkl O.Cist., war M. Agnes nach Befragung der Nonnen in Helfta vom damaligen Generalabt Maurus Esteva zur Priorin Administratorin für anderthalb Jahre ernannt worden. Laut den Konstitutionen des Klosters hat die Priorin ihr Amt inne, bis sie das 75. Lebensjahr erreicht hat.

Horarium - Heiligung des Tagesablaufs

Manchmal sind es kleine, unscheinbare Zettel, die uns am meisten über das klösterliche Leben sagen. Links ist das Horarium aus der Abtei Hauterive, etwa 1950. Aus der Abtei Hauterive sind zwei Generaläbte der letzten 50 Jahre hervorgegangen (Kleiner und Lepori). Das Kloster ist als Zentrum der Liturgieforschung und -reform bekannt, daher ist dieser Zettel von besonderem Wert. Die Angabe zur Matutin (dem ersten Gebet des Tages) um 3,15 Uhr schildert ein hochherziges Ideal und ist eloquenter als große Worte.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

The Myth of the Reformation

The Institute for Swiss Reformation Studies at the University of Zürich will host a conference on the Myth of the Reformation from June 8-10, 2011. They are preparing to commemorate the 500th Anniversary of what many people have gotten used to calling The Reformation, which they date from the year 1517. The problem with The Reformation is that reforms have always been a part of ecclesial life, and there were many reforms in the 15th Century, about which Father Martin Luther may or may not have been informed. The other problem is what happened after 1517: what serious theologian could claim to found a church? And why were there so many splitter groups? Was the problem of corruption and lay investiture solved with the new "National" churches?
Anyone doing research on the Reformation is encouraged to visit Projekt Refo 500. Conferences are planned for various cities. Cistercian researchers would be important contributors, not only because of Katharina von Bora, but - much more tragically - because of the carnage and looting that began with that illustrious year 1517 (at right, an artist's rendering of St. Edmund Campion on the rack). More information is available here.