Samstag, 30. Januar 2010

Biographica der Generaläbte von 1891 bis 2010 beinahe lückenlos erschlossen!

Es fehlen nur noch 9 Jahre -- die Amtszeit von Generalabt Franziskus Janssens (1927-1936) -- bis die Reihe der Generaläbte des Ordens von Cîteaux auf Wikipedia von heute bis 1891 zurückreicht! Freilich sind sie bisher nur auf deutsch erschlossen; die Reihe wartet auf Übersetzungen ins Englische, Französische und Vietnamesische. Herzliche Einladung zur Mitarbeit. Bild rechts: Generalabt Amadeus de Bie, der als erster seit der Französischen Revolution sein Professkloster verließ, um nach Rom zu ziehen und sich ganz dem Amt zu widmen. Die Curia Generalis agierte von einer Mietwohnung aus.

Dienstag, 26. Januar 2010

Ordenshistoriker greifen immer auf Cîteaux zurück

Im Nov. 2009 fand die Tagung „Die Ordnung der Kommunikation und die Kommunikation der Ordnungen im mittelalterlichen Europa. Klöster und Orden im Europa des 12. und 13. Jahrhunderts“ statt, Bericht hier. Eine prominente Auswahl von Spitzenforschern widmete sich der Untersuchung von Praktiken der Kontrolle bei den Orden des 12. Jahrhunderts. Cistercienser kamen vor allem in zwei Zusammenhängen vor: 1. Generalkapitel und Visitation werden als cisterciensisches Proprium verstanden, sie wurden im Laufe des 13. Jahrhunderts auch vom Apostolischen Stuhl aufgegriffen und sind seither Bestandteil der kirchlichen Ordnung. 2. Die uniformitas der Cistercienser-Architektur wird immer mehr als Ausdruck einer geistigen Haltung verstanden, nicht nur als schöne Monumentalform. Unsere Väter haben das Jesuszitat schon immer geistig ausgelegt: Saxa loquuntur (Lk 19,39f.: Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien).

Samstag, 23. Januar 2010

Schicksal Klosteraufhebung

Wie und warum Klöster geschlossen werden, das ist ein schwieriges Thema, denn jede Klosterschließung birgt eine übernatürliche (und oft auch natürliche) Tragik in sich. Im 18. und 19. Jh. erlitten Hunderte von Klöstern dieses Schicksal. Wie läuft das rechtlich? Wo gehen die Cistercienser hin? Was ist aus den Kirchen, Häusern und dem Besitz geworden? Diese Fragen und vieles mehr behandelt P. Bruno Hannöver (Stiepel) in seinem Buch. Er gibt einen Einblick in die Situation der Cistercienserinnenklöster am Vorabend der Säkularisation, beschreibt den Prozess und den Verlauf der Aufhebung der klösterlichen Gemeinschaften und die Reaktionen der verschiedenen Ordensgemeinschaften. Titel: Die Säkularisation der Zisterzienserinnenklöster in Westfalen 1803 bis 1810. ISBN 978-3-506-76773-8.

Samstag, 16. Januar 2010

Cistercienserstil prägt moderne Architektur

Große Architekten haben es zwar immer wieder gesagt, aber es ist zu wenig bekannt: die großen Erfolge der schlichten modernen Architektur gehen auf den reinen Baustil der Cistercienser zurück. Bevor Le Corbusier mit seiner weltberühmten Kirche Ronchamp begann (rechts), besuchte er die Abtei Le Thoronet (links). Neulich hat der britische Architekt John Pawson Ähnliches von sich behauptet: Als Student ging er oft zu den verlassenen Cistercienserbauten in England, um sich inspirieren zu lassen. Ein neues Buch L'Art Sacré - Liturgische Räume erklärt die Bewegung um Pater Alain Couturier, der zwar Dominikaner war, aber den Stil von Cîteaux unter französischen Architekten des 20. Jahrhunderts förderte.

Sonntag, 10. Januar 2010

O.Cist. Grablege, American Style

Viele Cisterciensergründungen sind im Mittelalter als Grablegen für Dynastien entstanden. Es gibt in Europa kaum ein Kapitelsaal oder eine Abteikirche ohne Grabsteine, die (auch) die großzügige Patronanz der Wohltäter bezeugen. Bedingung dieser Geldgeber war freilich, dort bestattet und häufig ins Gebet der Mönche eingeschlossen zu werden. Mepkin Abbey in South Carolina ist ein Beweis dafür, dass der Grablege Gedanke noch in unserer Zeit aktuell ist. Clare Booth Luce (1903-1987) konvertierte 1946 zum Katholizismus. Sie hatte zuvor ein Leben in der High Society von New York geführt. Sie schrieb über Mode für Vogue und Vanity Fair. Ihre beißenden Theaterstücke machten sie international bekannt. Nach ihrer Bekehrung begann ein ganz neues Leben für sie: sie engagierte sich in der konservativen Politik, kämpfte als überzeugte Gegnerin des Kommunismus und der Christenverfolgung und... gründete das Cistercienserkloster Mepkin Abbey im Süden der Vereinigten Staaten, wo sie mit ihrem Mann, dem Besitzer von Time und Life, begraben wurde.

Freitag, 8. Januar 2010

Cistercienser an Nord- und Ostsee

Die Bedeutung des Ordens im Baltikum war sehr groß, allerdings ist das heute nur wenigen bekannt. Nehmen wir als Beispiel die Festung Dünamünde (Luftbild, rechts), ein ehemaliges Cistercienserkloster 12 km von der lettischen Hauptstadt Riga entfernt. Das Kloster wurde 1208 mit Mönchen aus Kloster Pforta (Filiation Morimond) besiedelt. 1305 hat der Deutsche Orden das Kloster gekauft und zur Festung umgebaut.
Um ähnliche Themen bemüht sich das "Forum: Zisterzienser an Nord- und Ostsee". Vom 27.–31. Mai 2010 veranstalten sie eine Tagung zum 900jährigen Jubiläum des Klosters Vreta in Schweden. Weitere Informationen bei: bernhard.buttjer@gmx.de